Archiv für den Monat: Dezember 2013

Stellungnahme der Vertreterin und Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Engeren Fakultät zur Bestellung von Prüferinnen und Prüfern und zum Prüfungsrecht

Am 11.12.2013 fand eine außerordentliche Vollversammlung des Mittelbaus der Philosophischen Fakultät statt, bei der die Beschlussvorlage für die Sitzung der Engeren (Erweiterten) Fakultät der Philosophischen Fakultät am 18. Dezember 2013 zur Bestellung von Prüferinnen und Prüfern und zum Prüfungsrecht diskutiert wurde. Es waren anfangs 42 Personen anwesend. Die beiden Teile der Vorlage wurden getrennt diskutiert.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Diskussionen und Abstimmungen zusammengefasst.

Teil 1 der Beschlussvorlage:

„Die Praxis der Prüferbestellung erfolgt gemäß dem Wortlaut der Prüfungsordnungen. Das bedeutet, dass für Bachelorarbeiten in der Regel Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden. Sollen Nicht-Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden, erfolgt diese wie bisher per Antrag über die Prüfungsausschüsse und mit Einverständniserklärung der einzusetzenden Personen“.

Die Mittelbauvollversammlung lehnt diese Beschlussvorlage im vorliegenden Wortlaut ab (Stimmverhältnis: einstimmig mit 4 Enthaltungen).

Die Mittelbauvollversammlung fordert folgende Punkte:

  • Auch nicht-habilitierte mit unbefristeten und befristeten Stellen sollen die Möglichkeit haben, Bachelorarbeiten zu betreuen. Mit dem Vertragsende soll die Prüfungsberechtigung erlöschen. (Stimmverhältnis: Mehrheit ist dafür, bei 2 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen).
  • Eine Prüfungsberechtigung für Bachelorarbeiten kann nur auf eigenen Antrag des Nicht-Habilitierten an die Prüfungsausschüsse ausgesprochen werden. Dieser Antrag sollte dann dort in der Regel positiv beschieden werden. (Stimmverhältnis: die Mehrheit ist dafür, bei 4 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen).
  • Die Anzahl der zu betreuenden Bachelorarbeiten soll gedeckelt werden. (Stimmverhältnis: einstimmig, bei 8 Enthaltungen).
  • Empfohlen wird eine Deckelung von 2 zu betreuenden Arbeiten pro Semester pro volle Stelle. (Stimmverhältnis: 19 dafür, 4 Gegenstimmen, 15 Enthaltungen).
  • Es soll eine Kompensation für die geleistete Betreuung geben, beispielsweise eine Anrechnung auf das Lehrdeputat. (Stimmverhältnis: einstimmig, 2 Enthaltungen).
  • Die bestehenden Prüfungslizenzen sollen ohne erneute Antragsstellung auch für die re­akkreditierten Studiengänge überführt werden. (Stimmverhältnis: einstimmig, 4 Enthaltungen).
  • Die getroffenen Entscheidungen sollen auch für die Betreuung von Masterarbeiten gelten (die Mehrheit ist dafür, bei 5 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen).

Der Mittelbau könnte folgender geänderten Beschlussvorlage zustimmen:

Die Praxis der Prüferbestellung erfolgt gemäß dem Wortlaut der Prüfungsordnungen. Das bedeutet, dass für Bachelorarbeiten in der Regel Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden. Sollen Nicht-Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden, erfolgt diese per Antrag über die Prüfungsausschüsse. Antragsteller/in ist die einzusetzende Person.

Allerdings sollen die Kriterien für die Entscheidung in den Prüfungsausschüssen festgelegt werden, gemäß den oben aufgelisteten Vorgaben.

Teil 2 der Vorlage:

„In Modulprüfungen können alle Personen in Prüfungen eingesetzt werden, die die gleiche Qualifikation wie die durch den Abschluss zu erlangende vorweisen. Die/der Modulverantwortliche bleibt aber im Rahmen ihrer/seiner Dienstverpflichtungen verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung von Prüfungen des Moduls und sorgt für einen angemessenen Einsatz nicht habilitierter Prüfer/innen. Die Durchführung von Wiederholungsprüfungen muss gewährleistet sein“.

Die Mittelbauvollversammlung empfiehlt die Zustimmung zu diesem zweiten Teil mit dem Vorbehalt, dass es keine essentielle Mehrbelastung durch diese Entscheidung geben wird. (Stimmverhältnis: die Mehrheit ist dafür, 3 Gegenstimmen, 8 Enthaltungen).

Begründung

Mit den von der Mittelbauvollversammlung vorgeschlagenen Lösungen werden zwei Gesichtspunkte, die sich einerseits gegenüberstehen, andererseits aber für die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zentraler Bedeutung sind, gleichermaßen berücksichtigt. Einerseits würde ihnen ermöglicht, die Qualifikation der Durchführung von Prüfungen bzw. der Betreuung von Abschlussarbeiten zu erwerben. Diese Qualifikation ist bei zahlreichen Bewerbungsverfahren gefordert und es bedeutet einen erheblichen Nachteil, sie nicht im Lebenslauf nachweisen zu können. Dieses Argument spielte bei der Diskussion während der Mittelbauvollversammlung eine wichtige Rolle. Durch die geforderten Punkte ist andererseits ein möglichst großer Schutz der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet: Eine Beschränkung der zu betreuenden Abschlussarbeiten, eine Antragstellung, die von dem Nicht-Habilitierten ausgehen muss und eine Kompensation der Betreuungsleistung verhindern, dass wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus belastet werden.

Julia Bruch, Arno Pascht und Jan Wieners

Einladung zur Mittelbauvollversammlung der Philosophischen Fakultät am 11.12.2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

aus aktuellem und dringendem Anlass möchten wir Sie / Euch herzlich einladen zu einer außerplanmäßigen Mittelbauvollversammlung der Philosophischen Fakultät am Mittwoch, den 11.12.2013, 18:00-19.30 Uhr, Philosophikum S 78.

Tagesordnung:

  • Feststellung der Tagesordnung und Genehmigung des Protokolls vom 28.11.2013 und 05.06.2013.
  • TOP 1: Berichte aus der Fakultät und anderen Gremien/Kommissionen
  • TOP 2: Prüfungsberechtigung für Nicht-Habilitierte
  • TOP 3: Auswahlkriterien für W 1-Professuren
  • TOP 4: Verschiedenes

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und verbleiben mit kollegialen Grüßen
Julia Bruch (Historisches Institut)
Arno Pascht (Institut für Ethnologie)
Jan Wieners (Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung)