Schlagwort-Archiv: Berufungsverfahren

Kriterien für die Besetzung von Juniorprofessuren

In der Vollversammlung wurde ausführlich über das Thema „Kriterien für die Besetzung von Juniorprofessuren“ diskutiert. Das Landeshochschulgesetz NRW regelt die Einstellungsvoraussetzungen für Juniorprofessorinnen und -professoren nicht ausdrücklich. Das Hochschulrahmengesetz sieht folgende Kriterien vor:
– ein abgeschlossenes Hochschulstudium
– pädagogische Eignung
– besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch die herausragende Qualität einer Promotion nachgewiesen wird. 
Es folgen im nächsten Absatz weitere Bestimmungen:
Sofern vor oder nach der Promotion eine Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter erfolgt ist, sollen Promotions- und Beschäftigungsphase zusammen nicht mehr als sechs Jahre, im Bereich der Medizin nicht mehr als neun Jahre betragen haben. Verlängerungen nach § 2 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 und 3 bis 5 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes bleiben hierbei außer Betracht. § 2 Abs. 3 Satz 1 des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gilt entsprechend. 

In der Vollversammlung wurden drei Kriterien besonders diskutiert:
– sollen „Hausberufungen“ zugelassen werden
– ist eine abgeschlossene Habilitation ein ok-Kriterium
– ist eine zeitliche Begrenzung (etwa 6 Jahre nach der Promotion) ein zulässiges Auswahlkriterium
Alle drei Kriterien wurden kontrovers diskutiert. Wobei die Meinungen tendenziell eher in die Richtung gingen, die Kriterien so locker wie möglich zu fassen, um keine BewerberInnen im Vorfeld auszuschließen.