Schlagwort-Archiv: Prüfungsberechtigung

Informationen aus der Mittelbauvollversammlung

Auf der Vollversammlung letzte Woche wurden viele Themen diskutiert, hier eine kleine Auswahl an wichtigen Informationen.
Wer einen Antrag auf Prüfungsberechtigung für Bachelor-/ Masterarbeiten stellen möchte, beachte bitte, dass der dafür zuständige Prüfungsausschuss am 25. August das nächste Mal tagt. Bitte geben Sie/ gebt uns Rückmeldung, wenn Ihre/ Eure Anträge auf Prüfungsberechtigung abgelehnt werden. Wenn das zu häufig vorkommt, werden wir das Thema noch einmal in die Fakultätssitzung einbringen.
Tanja Hagedorn, M.A., Wissenschaftsmanagerin des Dekanat hat ihr Arbeitsfeld kurz vorgestellt, in das auch Beratung bei Anträgen und Nachwuchsförderung gehören. Es lohnt sich immer mal wieder auf die von Ihr regelmäßig gepflegten Seite mit aktuellen Förderungsausschreibungen zu schauen.
Das Dezernat 7 bietet regelmäßig Informationsveranstaltungen und Kurse zur Forschungsförderung und Antragswesen an.
Am 26.11.2014 wird ein so genannter „Fakultätstag“ stattfinden, an dem aktuelle Themen in Workshops und Foren diskutiert werden sollen. Diesmal soll es auch verstärkt um Themen, die den Mittelbau betreffen, gehen. Wenn Sie/ Ihr Themenvorschläge habt, bitte ich an uns weiterleiten.

Prüfungsberechtigung für Nicht-Habilitierte

Prüfungsberechtigung für Nicht-Habilitierte

Die engere Fakultät hat folgenden Beschluss zur Prüfungsberechtigung gefasst:
Die Praxis der Prüferbestellung erfolgt gemäß dem Wortlaut der Prüfungsordnungen. Das bedeutet, dass für Bachelorarbeiten (und perspektivisch für Masterarbeiten) in der Regel Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden. Sollen Nicht-Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden, erfolgt diese durch einen gemeinsamen Antrag der Geschäftsführenden Direktorinnen und Direktoren und der als Prüferin / Prüfer zu bestellenden Personen über die Prüfungsausschüsse.

In Modulprüfungen können alle Personen in Prüfungen eingesetzt werden, die die gleiche Qualifikation wie die durch den Abschluss zu erlangende vorweisen. Die/der Modulverantwortliche bleibt aber im Rahmen ihrer/seiner Dienstverpflichtungen verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung von Prüfungen des Moduls und sorgt für einen angemessenen Einsatz nicht habilitierter Prüfer/innen. Die Durchführung von Wiederholungsprüfungen muss gewährleistet sein.

Regelung der Antragsstellung
Der ursprüngliche Beschlussvorschlag wurden insofern gemäß unseren Forderungen korrigiert,  dass der Antrag auf Prüfungsberechtigung nicht mehr nur allein von den Geschäftsführenden DirektorInnen gestellt darf. Der Antrag muss vielmehr gemeinsam mit der als PrüferIn einzusetzenden Person gestellt werden. Zum zweiten wurde der Passus „wie bisher“ ersatzlos gestrichen.

Deckelung der Prüfungsanzahl
Die Entscheidung über die Anzahl der zu betreuenden Arbeiten wurde in die Fächer gegeben. Hier müssen unsere MittelbauvertreterInnen auf der Fächergruppenebene nun aktiv werden. Auf dieser Ebene soll der Bedarf an PrüferInnen ermitteltet werden und damit abgeglichen werden, welche Nicht-Habilitierte die Prüfungsberechtigung beantragen möchten. Es ist ausdrücklich möglich, dass Nicht-Habilitierte mit befristeten Verträgen ebenso Anträge auf Prüfungsberechtigung (auch Betreuung von Bachelorarbeiten und perspektivisch Masterarbeiten) stellen können.

Ausgleich der Mehrbelastung 
Ein Ausgleich der Mehrbelastung durch die Prüfungstätigkeit ist vorgesehen, allerdings nicht über das Lehrdeputat.

Bestehende Prüfungsgenehmigungen
Zudem bleiben bereits bestehende Prüfungsgenehmigungen von dem gefassten Beschluss unberührt. Gruppenüberführungen der Prüfungsberechtigungen sind im Lehramt vorgesehen.

Stellungnahme der Vertreterin und Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Engeren Fakultät zur Bestellung von Prüferinnen und Prüfern und zum Prüfungsrecht

Am 11.12.2013 fand eine außerordentliche Vollversammlung des Mittelbaus der Philosophischen Fakultät statt, bei der die Beschlussvorlage für die Sitzung der Engeren (Erweiterten) Fakultät der Philosophischen Fakultät am 18. Dezember 2013 zur Bestellung von Prüferinnen und Prüfern und zum Prüfungsrecht diskutiert wurde. Es waren anfangs 42 Personen anwesend. Die beiden Teile der Vorlage wurden getrennt diskutiert.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Diskussionen und Abstimmungen zusammengefasst.

Teil 1 der Beschlussvorlage:

„Die Praxis der Prüferbestellung erfolgt gemäß dem Wortlaut der Prüfungsordnungen. Das bedeutet, dass für Bachelorarbeiten in der Regel Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden. Sollen Nicht-Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden, erfolgt diese wie bisher per Antrag über die Prüfungsausschüsse und mit Einverständniserklärung der einzusetzenden Personen“.

Die Mittelbauvollversammlung lehnt diese Beschlussvorlage im vorliegenden Wortlaut ab (Stimmverhältnis: einstimmig mit 4 Enthaltungen).

Die Mittelbauvollversammlung fordert folgende Punkte:

  • Auch nicht-habilitierte mit unbefristeten und befristeten Stellen sollen die Möglichkeit haben, Bachelorarbeiten zu betreuen. Mit dem Vertragsende soll die Prüfungsberechtigung erlöschen. (Stimmverhältnis: Mehrheit ist dafür, bei 2 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen).
  • Eine Prüfungsberechtigung für Bachelorarbeiten kann nur auf eigenen Antrag des Nicht-Habilitierten an die Prüfungsausschüsse ausgesprochen werden. Dieser Antrag sollte dann dort in der Regel positiv beschieden werden. (Stimmverhältnis: die Mehrheit ist dafür, bei 4 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen).
  • Die Anzahl der zu betreuenden Bachelorarbeiten soll gedeckelt werden. (Stimmverhältnis: einstimmig, bei 8 Enthaltungen).
  • Empfohlen wird eine Deckelung von 2 zu betreuenden Arbeiten pro Semester pro volle Stelle. (Stimmverhältnis: 19 dafür, 4 Gegenstimmen, 15 Enthaltungen).
  • Es soll eine Kompensation für die geleistete Betreuung geben, beispielsweise eine Anrechnung auf das Lehrdeputat. (Stimmverhältnis: einstimmig, 2 Enthaltungen).
  • Die bestehenden Prüfungslizenzen sollen ohne erneute Antragsstellung auch für die re­akkreditierten Studiengänge überführt werden. (Stimmverhältnis: einstimmig, 4 Enthaltungen).
  • Die getroffenen Entscheidungen sollen auch für die Betreuung von Masterarbeiten gelten (die Mehrheit ist dafür, bei 5 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen).

Der Mittelbau könnte folgender geänderten Beschlussvorlage zustimmen:

Die Praxis der Prüferbestellung erfolgt gemäß dem Wortlaut der Prüfungsordnungen. Das bedeutet, dass für Bachelorarbeiten in der Regel Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden. Sollen Nicht-Habilitierte als Gutachter/in eingesetzt werden, erfolgt diese per Antrag über die Prüfungsausschüsse. Antragsteller/in ist die einzusetzende Person.

Allerdings sollen die Kriterien für die Entscheidung in den Prüfungsausschüssen festgelegt werden, gemäß den oben aufgelisteten Vorgaben.

Teil 2 der Vorlage:

„In Modulprüfungen können alle Personen in Prüfungen eingesetzt werden, die die gleiche Qualifikation wie die durch den Abschluss zu erlangende vorweisen. Die/der Modulverantwortliche bleibt aber im Rahmen ihrer/seiner Dienstverpflichtungen verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung von Prüfungen des Moduls und sorgt für einen angemessenen Einsatz nicht habilitierter Prüfer/innen. Die Durchführung von Wiederholungsprüfungen muss gewährleistet sein“.

Die Mittelbauvollversammlung empfiehlt die Zustimmung zu diesem zweiten Teil mit dem Vorbehalt, dass es keine essentielle Mehrbelastung durch diese Entscheidung geben wird. (Stimmverhältnis: die Mehrheit ist dafür, 3 Gegenstimmen, 8 Enthaltungen).

Begründung

Mit den von der Mittelbauvollversammlung vorgeschlagenen Lösungen werden zwei Gesichtspunkte, die sich einerseits gegenüberstehen, andererseits aber für die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zentraler Bedeutung sind, gleichermaßen berücksichtigt. Einerseits würde ihnen ermöglicht, die Qualifikation der Durchführung von Prüfungen bzw. der Betreuung von Abschlussarbeiten zu erwerben. Diese Qualifikation ist bei zahlreichen Bewerbungsverfahren gefordert und es bedeutet einen erheblichen Nachteil, sie nicht im Lebenslauf nachweisen zu können. Dieses Argument spielte bei der Diskussion während der Mittelbauvollversammlung eine wichtige Rolle. Durch die geforderten Punkte ist andererseits ein möglichst großer Schutz der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet: Eine Beschränkung der zu betreuenden Abschlussarbeiten, eine Antragstellung, die von dem Nicht-Habilitierten ausgehen muss und eine Kompensation der Betreuungsleistung verhindern, dass wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre vertragliche Arbeitszeit hinaus belastet werden.

Julia Bruch, Arno Pascht und Jan Wieners